Zum Paddeln nach Österreich / Teil 2
Paddeln in Österreich: Mit Bahn und Boot durchs Nachbarland - Erfahrungen und Tipps
Österreich: Mit Bahn und Boot durchs Nachbarland
Unser alpines Nachbarland hat schöne Wildflüsse. Viele OTV-Paddler wissen das aus eigener Erfahrung. Ob Gail, Inn, Möll, Salzach, Steirische Salza oder Ötztaler Ache – jeder findet hier Wasser in diversen Schwierigkeitsgraden, die ihm liegen. Aber auch nicht so versierte Paddler sollten nicht zögern, ein Kanu mit in den Österreich-Urlaub zu nehmen. Beispielsweise findet man im Zillertal den gleichnamigen Fluss, der nicht zu wild daherfließt ... und der auch noch von einer Schmalspurbahn-Strecke begleitet wird, so dass das Umsetzen zwischen Start und Ziele einfacher wird. Letzten Sommer haben wir das getestet.
Eine gute Einsatzstelle ist am Flusskilometer 22 der Ort Mayrhofen an der Brücke unweit des Bahnhofes, wo man das Auto auf einem Wanderparkplatz abstellen kann. An den Ufern finden sich überall geeignete Kehrwasser, wo man in Ruhe einsetzen kann. Die nächsten vier Kilometer bis Hippach sind eine spaßige Schussfahrt (WW II) auf großen Wellen und durch kleine Walzen, die man auf Grund der großen Flussbreite auch umschiffen kann. Meist wird auf diesem Abschnitt mit großen Rafts gefahren, so dass man selten allein ist. Am km 27 wird der Fluss zahmer (WW I), ohne aber an Fließgeschwindigkeit zu verlieren. Eine günstige Aussatzstelle ist am km 43 eine kleine Straßenbrücke im kleinen Ort Uderns, der sich durch die überdachte Straßenbrücke und den links einmündenden Finsingbach ankündigt. Nur wenige Gehminuten von hier liegt die Bahnstation. Der Zug fährt halbstündlich und weist in einem der Wagen ein großes Gepäckabteil mit breiter Tür auf. Die Mitnahme von Sportgeräten ist gratis.
Ein zweiter Paddel-Tipp dieser Art liegt nicht weit entfernt vom Zillertal: Über den mautpflichtigen Gerlospass gelangt man hinüber zu den Krimmler Wasserfällen, der als größter Wasserfall Europas gilt. Die Fälle in drei Etagen sollten unbedingt erwandert und besichtigt werden. Am frühen Nachmittags geht es dann aufs Wasser: Unweit der Fälle mündet die Krimmler Ache in die Salzach; am km 211 im Ort Rosental ist eine günstige Einsatzstelle, die je nach Wasserstand mit WW II–III bewertet wird. In Mittersill am Fluss-km 191 sollte die Fahrt beendet werden. Auch hier liegt eine Eisenbahnstation – in dem Falle der Pinzgauer Lokalbahn – nahe am Wasser und kann zur bequemen Rückfahrt nach Rosental genutzt werden. Peter Wieland


